My dearest friends (Nora)

I already miss you all and can’t comprehend that this is over.

I got quite a few emails today that I want to share with you. They’re in German, but anyway – enjoy:

Liebe Nora,

ich wollte Dir noch zu Deinem Stück gratulieren (gestern musste ich schnell nach hause, weil meine Kinder allein waren). Es war dramaturgisch gut gebaut und hielt bis zum Schluss die Spannung. Natürlich ein schweres Thema, aber geglückt. Vor allem gefallen hat mir die Wiederholung der Szene unter anderen Vorzeichen. Das mag ich persönlich sehr (siehe mein Stück „Love Movie Theater“).

Sebastian Seidel (S’ensemble Theater)

Der Abend im abraxas hat mir sehr gefallen. Man hat an der Verschiedenheit der Stücke ja doch recht deutliche Unterschiede zwischen der amerikanischen Leichtigkeit und der deutschen Ernsthaftigkeit gesehen. Ich finde, die Truppe Deines Stücks hat die beklemmende Atmosphäre sehr gut vermitteln können. Und dass das Tabu-Thema HIV mal ziemlich direkt behandelt wird, zeichnet Dein Stück besonders aus. Ich hoffe, ich hab alles richtig verstanden und gedeutet… Wenn nicht, kannst Du mir ja am 30. noch ein bißchen davon erzählen. Ich hoffe, Du hast da Zeit und wir sehen uns!
Viele Grüße
Wolfgang Köhler (Lektor)

Hallo Nora,

unreflektierte Begeisterung (zumal von der Mitbewohnerin der Dramaturgin) bringt einer Autorin eben so wenig wie unreflektierte Kritik. Da ich aber gestern Abend nicht mehr in der Lage war, auch nur einen halbwegs sinnvollen Satz zu produzieren, habe ich Katharina um deine Mail-Adresse gebeten und werde Dir jetzt „ungefragt“ erörtern, warum ich Eure beiden Stücke so gut fand.

Auf der ersten Story-Ebene fand ich in Corys Stück die Konsumkritik – das beste Squirrel on  suggerhigh, das ich je erlebt habe – und die Kritik klischeehaft-typischer US-Mentalität wirklich gut umgesetzt. Die zweite Story-Ebene führt im psychoanalytischen Abstieg in den Gand Canyon zu dem, was für mich der Plot war: Verdammt noch mal kommuniziert – egal in welcher Sprache und egal wie grauenhaft die Realität ist.

Das ist meiner Ansicht nach auch die eigentliche Verbindung zwischen euren beiden Stücken. Das Märchenmotiv scheint mir eher eine Art „Arbeitshypothese“ als der Konnektor. Denn auch bei Dir geht es ja um fehlende und/oder missglückte Kommunikation in einer grauenhaften Realität. Und auf der Story-Ebenen dann natürlich auch noch um so was wie: „Der Herr behüte uns vor denen, die es gut mit uns meinen.“

Ich weiß nicht ob ich „Fred“ richtig interpretiere – das schöne an Interpretationen ist ja, dass sie nicht unbedingt etwas mit der Intention des Autors zu tun haben müssen – aber er ist für mich die absolute Überhöhung des klischeehaft-typisch deutschen Jammer-Pessimisten, der sich erst in ein selbstproduziertes Krisen-Szenario manövriert und sich dann Realitätsfluch-Theorien zusammenbastelt, um es verdrängen zu können.

Ich bekomme den Satz von Ines nicht mehr wirklich hin, aber es war so ungefähr: Wir hätten weniger Erlebnisse planen sollen und mehr erleben sollen, dann hätten wir jetzt mehr zu erzählen. Das ist für mich der zentrale Satz für beide Stücke: story telling animal! Hört auf Storys – oder Märchen in denen alles, alles gut wird – zu erzählen und fangt an miteinander zu kommunizieren. Dann wird zwar nicht alles, alles gut aber doch vielleicht erträglicher.

Das ganze ist jetzt natürlich etwas marginal, aber das soll ja auch keine Hausarbeit werden sondern einfach nur: Danke für einen wirklich schönen Abend. Und sag das bitte auch allen anderen aus dem Team. Ihr wart großartig.

Viele liebe Grüße
Sabine Kallweit

I love you all!

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